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Trauerbewältigung für Kinder – ein Pferd kann helfen

Trauerarbeit mit Hilfe von 4 Hufen  – von Sonja Grünauer, Lehrwart für Behindertenreiten                              

Jeder von uns, der einen geliebten Menschen verliert – ganz besonders, wenn Kinder eine Bezugsperson verlieren  – versucht anders mit seiner Trauer umzugehen. Es gibt verschiedene Arten, mit der Trauer umzugehen und diese Zeit besonders einfühlsam und sensibel zu gestalten.

Die Arbeit mit dem Pferd vereinnahmt den Klienten ganzheitlich. Hier kann er aus der Belastungssituation heraustreten und auch Freude zulassen.

Körperliche Nähe, Geborgenheit im Trauerschmerz und der Beziehungsaufbau zum Pferd erlaubt es dem Kind oder Jugendlichen die traurige Welt wieder lebenswert zu empfinden und aus ihr herauszufinden.

Häufig passiert es, dass sich trauernde Menschen und insbesondere Kinder von Ihrer Außenwelt abschotten. Sie fühlen sich allein mit Ihrem Schicksal und lassen Hilfsangebote kaum an sich heran. Deshalb benötigen sie, je nach Alter und Entwicklungsstand Angebote, die ihnen bei der Trauerverarbeitung helfen. Hier kann der Einsatz von Vermittlern sinnvoll sein, die helfen, Zugang zur Erlebnis- und Gefühlswelt der Kinder zu bekommen. Pferde können sehr erfolgreich als solche Mittler zwischen Kind und Therapeut eingesetzt werden. Meist trauen sich dann die Kinder, ihr “Schneckenhaus” zu verlassen und Kommunikation bzw. Nähe zuzulassen. 

Das Pferd als Ressource:

  • Regt das trauernde Kind an, sich und seine Gefühle mitzuteilen
  • als Ruhepohl ein “sich Anlehnen und durchatmen”
  • wertfreie und konstante Zuneigung

Nicht bearbeitete Trauer kann bei Kindern zu inneren Blockaden, Aggressionen, Entwicklungsrückschritten bis hin zu psychischen und physischen Selbst-Schädigungen führen. Oft ist es für Kinder aber schwierig, jemanden zu finden, mit dem sie über den schmerzlichen Tod ihrer Angehörigen sprechen können. Freunde ziehen sich eher zurück, weil sie nicht wissen, wie sie mit der Trauer umgehen sollen, Elternteile sind oft mit ihrer eigenen Trauer zu beschäftigt.

Durch das Beobachten der Tiere, das Striegeln, Streicheln, Führen und Reiten, wird ein einfühlsamer Kontakt der Kinder zu den Tieren aufgebaut.
Unter fachkundiger Leitung der Reitlehrerin, erfahren die Kinder Vertrauen, Mut und Trost. Sie empfinden Geborgenheit und können so ihre Gefühle zeigen.

Wenn Kinder einen nahestehenden Menschen verloren haben, können wir ihre Trauer nicht entfernen, aber das Pferd hilft den Kindern dabei, ihre Ressourcen zu stärken und neue Kraft zu schöpfen.

Die drei Haflinger-Wallache „Wolfi“, „Mischa“ & „Aramis“ sind ausgebildete Therapiepferde und auf die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen bzw. auch Erwachsenen spezialisiert.

In der ruhigen und schönen Umgebung des herrlichen Wienerwaldes lässt sich bei der Mensch-Pferd-Begegnung wunderbar Kraft tanken und auch Ruhe finden.

Sonja

 

Sonja Grünauer

Lehrwart für Behindertenreiten

2392 Grub/Wienerwald, Reitstall Fischer

Dornbacherstraße 13a

Tel.: 0676/640 11 55

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