Weihnachtenalleine

Weihnachten ohne Angehörige

Weihnachten ist für viele der Inbegriff des Familienfestes. Man nimmt sich Zeit für einander, beschenkt sich gegenseitig und feiert gemeinsam unter dem schön geschmückten Weihnachtsbaum. Soweit die Idealvorstellung. Die Wirklichkeit schaut oft viel trister aus, vor allem wenn jemand aus der Familie verstorben ist.

Darf man während Weihnachten traurig sein?

Dabei spielt es keine Rolle ob der geliebte Mensch erst vor kurzem von uns gegangen ist oder der Tod schon Jahre zurück liegt. Zu Weihnachten spüren wir den Verlust besonders intensiv.

Die Zeit scheint still zu stehen, während die Menschen um uns herum, eifrig das Fest planen und Geschenke besorgen. Für Trauer scheint kein Platz zu sein zwischen den vielen Lichtern, dem Duft von Vanillekipferln und dem Gesang von Kinderchören. Wer trauert, fühlt sich als Außenseiter, als Spaßverderber, der den anderen mit seiner düsteren Stimmung das Fest vermiest.

Strategien für das Weihnachtsfest

Dabei ist man nicht alleine. Das zu erkennen, kann oftmals schon enorm helfen. Trauergruppen sind eine erste Anlaufstelle für Menschen, die akut unter Trauer leiden. Das Gespräch mit anderen hilft mit den eigenen Gefühlen besser umzugehen und zu reflektieren. Vielleicht kann man sich auch die eine oder andere Strategie zur Trauerbewältigung von anderen abschauen.

Zum Beispiel kann aktives Erinnern den seelischen Druck nehmen. Fotos ansehen, Geschichten austauschen oder das Lieblingsessen des Verstorbenen kochen hilft, das eigene Leben nicht zu vergessen und Trauer trotzdem zuzulassen. Dabei gilt es eine Balance zwischen dem Gestern und Heute zu finden.

Auch Traditionen können einen Ankerpunkt im Leben bieten, allerdings nur, wenn sie nicht als seelische Belastung empfunden werden. Wenn das gemeinsame Weihnachtsessen im Familienkreis Schweißausbrüche hervorruft und Sie Nachts nicht mehr schlafen lässt, dann ist es an der Zeit mit der Tradition zu brechen.

Vielleicht hilft Ihnen ein Kurzurlaub in eine Gegend, die gar nicht weihnachtlich ist. Oder Sie entscheiden sich dafür, bewusst alleine zu sein und die Zeit für Reflektion zu nutzen. Oder Sie finden Trost darin, anderen zu helfen und besuchen ein Altersheim oder betreuen Flüchtlinge.

Gleichgültig mit welcher Strategie Sie Weihnachten begegnen wollen, entscheiden Sie sich bewusst und planen Sie im vor hinein. Sie vermeiden damit, in ein tiefes Loch zu fallen und der Trauer hilflos ausgeliefert zu sein.